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Bürgermeisterkandidat: warum mach ich sowas überhaupt?

Gleich vorneweg: ich finde Hof unglaublich vielfältig und lebenswert, ein Raum für Familie und Macher zur gleichen Zeit, wunderbar klein und im selben Moment groß. Nach 16 Jahren in anderen Städten, Ländern und Kontinenten habe ich mich vor Jahren wieder bewusst für meine Geburtsstadt Hof als mein Zuhause entschieden.

Und mit dieser Einleitung ist auch klar, für wen ich nicht kandidiere, nämlich für die, die diese Stadt täglich in marktschreierischer Weise auf allen möglichen Kanälen schlecht machen und dabei von der einen Trostlosigkeit im Geiste zur nächsten stolpern. Das hat Hof nicht verdient und ich repräsentiere diese Haltungen ebenfalls nicht.

Natürlich braucht es aber Veränderung. Ich bin überzeugt, dass eine gelungene Stadtentwicklung nur dann funktioniert, wenn sie einer gut formulierten Vision folgt. Ein Leitbild. Und vor meinem geistigen Auge ist dieses Leitbild die lebenswerteste und menschenfreundlichste Stadt Bayerns zu werden. Und so unerreichbar scheint das auch gar nicht, wenn man Alleinstellungsmerkmale bewusst herausarbeitet.

Wenn wir den Bürger in den Mittelpunkt stellen, dann sind Verbesserungen der Transparenz und des Informationsflusses von der Stadt zum Bürger einfach nur notwendige Schritte: ein Bürgerportal – angelehnt an das bereits erfolgreich in anderen Städten verwendete OpenPetition – kann den Bürgerwillen auf digitale Weise in das Rathaus tragen und dabei gleichzeitig Bürger informieren. Der gerne zitierte „Mount Fichtner“ ist ein wunderbares Beispiel: da ist gar nicht so viel schief gegangen, wie es mancher Bürger gerne hätte, aber es wurde eben schlecht kommuniziert und informiert. Die Namensgebung ist trotzdem falsch.

Eine Stadt, die den Bürger in die Mitte stellt, verschafft ihm Wege. Und jeder Bürger braucht einen anderen Weg. Hof braucht ein neues Denken in Sachen Verkehr und ÖPNV. In wenigen Jahren werden sich die Verkehrsachsen in Hof verschieben, wenn der neue Stadtbahnhof in Betrieb geht. Hier braucht es einen deutlichen Gestaltungswillen, um diese Chance richtig zu nutzen. Im Lichte des kommenden Stadtbahnhofes und der Unsicherheit Hof-Galerie ist die Frage zu stellen, ob der dringend notwendige Busbahnhof nicht an anderer Stelle sinnvoller wäre. Und ein kostenloser (ja, richtig gelesen: kostenloser) innerstädtischer Pendelbus wäre ein großartiges Alleinstellungsmerkmal für eine Stadt, die mehr Bürger willkommen heißen will. Und den Plan dazu hab ich.

(Und eine Fußgängerampel Lessingstraße/Klostertor bau ich auch.)

Ein Stadtmarketing muss eine Stadt nach außen bewerben, muss die Stadt attraktiv machen für die ortsunabhängigen Arbeiter unserer Zeit: Hof kann für den gut ausgebildeten Jungunternehmer oder Freiberufler ein idealer Ort sein, findet er hier doch eine sehr gute Grundlage für seine Work-Life-Balance, ein gutes Angebot an Wohn- und Geschäftsräumen, ein für die Stadtgröße einmaliges Kulturangebot und Erholungsmöglichkeiten in allernächster Nähe, darüber hinaus findet er Unterstützung in Gründerzentren wie dem Einstein1 Digitales Gründerzentrum. Was dieser Art von Neubürgern aber nicht fehlen darf, ist Urbanität. Etwas weniger Bier und Rindfleischwurst, dafür mehr New York sollte es in Zukunft schon geben.

Das sind natürlich nur ein paar Themengebiete von vielen, und natürlich werde ich diese bis zum März noch genauer ausarbeiten. Und ebenso ist mir klar, dass der Oberbürgermeister einer Stadt weniger Einfluss hat, als landläufig angenommen wird.

Aber ich will mich dieser Aufgabe gerne annehmen, etwas hemdsärmeliger als es bisher geschah. Mit etwas mehr Austausch und offener Diskussion. Am Tresen und im Netz. Und mit eigener Webseite.

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