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Der Betreuungskollaps

Am 19. April sollen gemäß der Bayerischen Staatsregierung die Notbetreuungen in Kindergärten und Kitas nur noch für Eltern in „systemrelevanten Berufen“ zur Verfügung stehen. Alle anderen Eltern haben dann ihre Kinder zuhause, ungeachtet ihrer Verpflichtungen durch Beschäftigungsverhältnisse.

Das kann man als Minister natürlich so beschließen. Es zeigt aber, wie weit weg vom Normalbürger diese Entscheidungsträger sind. Sie sind mindestens in einem anderen Spiralarm dieser Galaxis.

Corona hat viele Familien an den Rand des Kollapses gebracht, ihnen fehlt Geld, sie sind mit der Betreuung der Kinder überlastet. Sie wissen jetzt schon nicht mehr, wie sie den Spagat zwischen Geldverdienen und Elternpflicht schaffen sollen. An das Kindeswohl in manchen prekären Verhältnissen möchte ich erst gar nicht denken. Es ist katastrophal.

Natürlich kann ich die Notbetreuungen schließen. Aber dann muss ich viel mehr ebenfalls tun. Ich muss zeitgleich erlassen, dass jeder Arbeitgeber den betroffenen Eltern bezahlten Sonderurlaub geben muss. Ich muss auch sofort diesen bezahlten Sonderurlaub gegenüber den Firmen finanziell vollständig ausgleichen. Ebenfalls zeitgleich muss ich den Firmen weitere finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, damit der kinderbetreuende Elternteil ersetzt werden kann. Und ich muss sofort finanzielle Mittel für die dabei entstehenden Reibungsverluste bereitstellen.

Das gleiche muss ich auch für die Selbständigen tun. In voller Höhe und morgen auf dem Konto.

Als Minister kennt man diese Wirkweisen nicht, man verdient zigfach mehr, als es der Normalbürger tut. Es wird Zeit, es den Ministern mal zu erklären.

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