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Masken und Geld

Ab Montag gilt in ganz Bayern das Tragen einer FFP2-Maske in Geschäften und Nahverkehrsmitteln als Pflicht.

Ich möchte hier nicht hinterfragen, ob diese weitere Verschärfung der Pandemiemaßnahmen sinnvoll ist oder nicht. Sie ist faktisch da und vergrößert ein ohnehin schon immenses Problem der Coronakrise: die Überforderung der unteren Einkommensschichten.

Schon Homeschooling trennt nach Einkommen: während die gutverdienende Familie leicht ein neues Endgerät für den Nachwuchs kauft und das Ausdrucken von Hunderten von Arbeitsblättern kein Problem darstellt, muss in den unteren Einkommensschichten genau überlegt werden, wie man den jetzt notwendig gewordenen schnelleren Internetanschluss der Drei-Zimmer-Wohnung für vier Köpfe noch irgendwie in die Haushaltskasse bekommt. Es ist kein linker Spruch sondern einfach nur Realität: das Kurzarbeitergeld von 3000 Euro brutto ist besser, als das von 1000.

Jetzt kommt die FFP2-Maskenpflicht noch dazu und das auch noch für den Kern des Überlebens, nämlich Einkaufen und öffentlicher Nahverkehr. Die Masken sind teuer und es kommt jetzt schon zu Verknappungen, die – dank der Grundmechanismen der freien Wirtschaft – die Preise noch weiter steigen lassen werden.

Hart trifft es die, die ohnehin schon nicht wahrgenommen werden, nämlich die Prekären, also die, die keine Hilfen vom Staat bekommen aber mit ihrem Einkommen gerade mal so das Monat wirtschaftlich bestehen können. Und unsere Stadt Hof hält bayernweit den traurigen Rekord für die Stadt mit dem höchsten Anteil an Mindestlöhnern.

Ich fordere, dass diejenigen, deren Einkommen unterhalb der sogenannten Pfändungsgrenzen liegt, mit kostenfreien FFP2-Masken versorgt werden. (Die Pfändungsgrenzen sind ein sehr gutes Indiz für „Armut“ und liegen bei Alleinstehenden bei 1180 Euro, bei einer dreiköpfigen Familie bei 1870 Euro.) Die Kosten müssen von Land und Kommunen getragen werden und die Zuteilung muss unbürokratisch und schnell erfolgen.

Ich habe mit einigen Stadtratskollegen gesprochen und arbeite daran, dass ein entsprechender Antrag eingebracht wird.

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