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Pogromstimmung auf Telegram

Auf dem Telegram-Kanal „Hofer Extrawerscht“ werden die montäglichen Spaziergänge derer koordiniert, die sich durch Unkenntnis demokratischer Grundordnungen in einem Kampf gegen eine Diktatur wähnen. Über den Geisteszustand dieser Bürger möchte ich jetzt kein Wort verlieren, eher darauf hinweisen, wie sehr dort eine Pogromstimmung aufgebaut wird.

Man möchte jetzt zu den Wohnsitzen der Oberbürgermeisterin, von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, von Stadträtinnen und Stadträten laufen und dort mit Fackeln ausgerüstet um „ein Gespräch“ bitten. Es wird offen davon geschrieben, dass man die Polizeikräfte bewusst und willentlich überfordern will, um die eigene Sache nach vorne zu bringen. Dazwischen immer wieder Posts aus der untersten Schublade der Propaganda.

Der Blick in die Mitgliederliste ist erschütternd: das who-is-who der lokalen rechten Szene ist fast vollständig vertreten, AfD-Stadtrat David Heimerl ist ebenso dabei wie Stadtrat Peter Kampschulte. Bei Heimerl ist das nicht verwunderlich, bei Kampschulte sehe ich dringenden Handlungsbedarf der SPD-Stadtratsfraktion.

Der Aufruf, Mandatsträger im Lokalparlament aufzusuchen und damit latent unter Druck zu setzten, ist ein typisch rechtes Mittel der Gewaltausübung. Sie ist jetzt in Hof angekommen und ich hoffe, dass hier Verfassungsschützer schnell und effektiv tätig werden.

Morgen ist Sitzungswoche. Kein Stadtrat, keine Stadträtin wird am Abend zuhause sein. Ich habe tatsächlich Angst um meine Kinder, die einer solchen Belagerung dann schutzlos ausgeliefert wären.

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