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Stadtmarketing unter vier Augen

Ich muss es gleich vorweg nehmen: es geht beim Hofer Stadtmarketing nicht um Personalien. Weder die amtierende Leiterin noch ihre Vorgängerin haben oder hatten eine Chance. Der Fehler liegt in der Strickart des Stadtmarketings und ein englisches Sprichwort fasst es perfekt zusammen: „wenn du ein totes Pferd reitest, steig ab!“.

Das Prinzip des Marketings ist es, die Vorteile eines Produktes oder einer Dienstleistung einer Zielgruppe so zu präsentieren, dass diese Zielgruppe den Krempel dann schlussendlich kauft. In jeder Firma dieser Welt weiß man: das Marketing gibt Unmengen Geld aus, Moet gibt’s da vom Fass, aber was dabei rauskommt ist nie genau messbar. Und genau so funktioniert Marketing. Schon immer.

Was aber einer Marketingabteilung nie fehlt ist ein Ziel. Die Firma erwartet von ihr, dass ihr Produkt gute Verkaufszahlen hat und dass das Firmenimage richtig wahrgenommen wird. Und hier sind wir beim ersten Kernproblem des Hofer Stadtmarketings: das Leitbild fehlt. Soll das Stadtmarketing das Image der Stadt Hof verbessern? Und bei wem? Und womit? Ich habe noch keine Antworten gefunden.

Das zweite Problem ist eines, dass von Außen auf das Stadtmarketing wirkt. Einige wenige Einzelhändler der Stadt haben wohl ihre Chance gewittert und ihren Einfluss genutzt. Das Ergebnis ist fast schon bewundernswert: Sie haben es geschafft, grundsätzliche Modelle der Volkswirtschaft umzudrehen. Sie haben der Stadt erzählt, dass wenn es ihnen gut ginge es auch der Stadt gut ginge. Und das ist falsch. Eine gesunde Stadt mit vielen vernünftig verdienenden Bürgern macht einen Einzelhandel überhaupt erst möglich. Nicht andersrum.

Das Stadtmarketing muss jetzt deswegen die obere Ludwigsstraße bespielen. Stadtfeste so arrangieren, dass sie dort stattfinden. Der Besucher ist Frequenzbringer. Und das alles, während das Verddl und das Bahnhofsviertel den Bach runter gehen, weil öffentliche Zuwendung fehlt.

Ein Stadtmarketing muss ein Ziel haben und dieses vertreten können. Dafür braucht es Geld, und zwar mehr als jetzt. Das dritte Problem des Stadtmarketing Hofs ist nämlich, dass es sich ständig refinanzieren muss. Ein Unding.

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