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Bahnhof, Alter!

Die sozialen Medien sind ja längst zum Scheiterhaufen geworden. Mit etwas List, etwas Reichweite und vor allem einer grundlos verstärkten Richtermentalität kann man so ziemlich jeden in Misskredit bringen.

Neulich wieder passiert: eine Hofer Kneipe hat einen leicht verunglückten, werblichen Beitrag geliefert, KI-generiert und mit Schreibfehlern versehen. Also quasi Standard in sozialen Medien. Dieser Post ist aber nun mal ein gewollter Ausdruck der Kneipe, so will man auf sich aufmerksam machen. Jeder macht ja so Werbung, wie er es für richtig hält.

Andere Menschen bemerkten das und entwickelten – warum auch immer – eine richterliche Position. Das Gepostete darf so nicht sein, es widerspricht einem nicht geschriebenen Gesetz, einer nur gefühlten Beurteilungskompetenz, es ist halt unbedingt deutlich anzuprangern.

Nun haben Menschen Zugriff auf weitreichende Gruppen und was man dann tut ist der Scheiterhaufen der Informationsgesellschaft: man prangert im großen Stil den gefundenen Post an. Man schwingt sich auf zur Marketing- und Stilpolizei. Man habe auch mit dem Betreiber der Kneipe geredet. Nur: mit welchem Recht? Mit welcher Legitimation?

Ein einfach schlecht geratener Post wird öffentlich bestraft. Nicht, weil es richtig wäre, sondern nur, weil man es kann.

Ich weiß jetzt schon, wo ich meine WM-Spiele anschauen werde. Mit Pizza.

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