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Zu den aktuellen Wetterereignissen

Und es geschah in den Tagen der großen Entscheidung, als die Stadt an den Ufern der Saale sich rüstete zur Kür ihres Oberhauptes, dass ein schweres Schweigen über dem Volke lag. Denn siehe, das Herz der Hofer war wankend geworden, und sie sprachen untereinander: „Welchem Hirten sollen wir folgen?“, und sie zauderten, als stünden sie am Schilfmeer und harrten auf ein Zeichen.
Da entbrannte der Zorn des Herrn über die Unentschiedenheit derer, die da wohnen zwischen dem Untreusee und dem Theresienstein. Und der Herr sprach: „Wie lange noch hinket ihr auf beiden Seiten? Ist die Wahl nicht nahe? So will ich mein Antlitz verhüllen und die Wasser über euch ausschütten!“
Und siehe, da erhob sich ein Ungewitter, gewaltig und schrecklich, wie es die Väter seit Ewigkeiten nicht geschaut hatten. Die Himmel erschraken und wurden schwarz wie der Ruß der alten Schlote, und ein Grollen erschütterte die Grundfeste der Ludwigstraße, dass die Scheiben in den Erkern klirrten.
Und der Herr ließ regnen Hagel auf die Stadt Hof, Steine von Eis, hart und unerbittlich wie das Gesetz. Und der Hagel schlug nieder auf alles, was sich auf den Gassen befand, und trommelte ein Strafgericht auf die Dächer der Unschlüssigen. Es war ein Heulen und ein Zähneklappern unter den Schirmen, und das Eis bedeckte die Erde, auf dass die Schritte derer, die da schwankten, ausgleiten sollten.
Da riefen die Bürger in ihrer Not: „Herr, warum züchtigst du uns mit gefrorenem Zorn?“, doch der Donner antwortete ihnen mit der Stimme der Ungeduld: „Dieweil ihr euer Kreuzlein noch nicht bereitet habt im Geiste! Ihr suchet das Licht am Dönerspieß und beim Mario-Kart, doch ihr schauet nicht auf das Wohl der Mauern dieser Stadt!“
Und ein jeder, der unter die Arkaden geflohen war, prüfte sein Gewissen, während das Eis gegen das Gebälk raste. Sie erkannten, dass der Himmel nicht eher ruhen würde, bis die Unentschiedenheit gewichen sei. Denn wahrlich, ich sage euch: Es ist besser, ein Herz zu haben, das sich entscheidet, als einen Rücken, auf den der Hagel des Himmels niedergeht wie die Ruten der Zucht.
So nehmet dies Wunderzeichen als Mahnung! Noch sechs Tage sind euch gegeben, die Pfade zu ebnen. Reinigt eure Sinne vom Nebel der Unwissenheit, bevor die Sonne des Wahltags aufgeht. Denn wer am siebten Tage noch immer ohne Urteil ist, über den wird der Herr vielleicht nicht nur Hagel schicken, sondern die ewige Plage der Umleitung und das endlose Siechtum der leeren Kassen.
Hof, habe acht! Entscheide dich, bevor der nächste Donner dein Haus erzittern lässt!
[Ironie off]

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